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Was heute als Zimmerer bezeichnet wird, war früher der Zimmermann, dessen Beruf eine ebenso alte wie stolze Tradition hat. Der klassische Zimmermann ging schon vor 500 Jahren auf die Walz, also auf die Wanderschaft - und einige tun das noch heute. Die "ehrbaren fremden Zimmergesellen" sind in "Schächten" (Zünften) organisiert, bekanntestes Erkennungszeichen sind der Schlapphut, auch Kalabreser genannt, und die schwarze Cordhose mit weitem Schlag. Die Zimmerleute pflegen untereinander recht derbe Gebräuche, kennen uralte Zunftreime und sind zur Stelle, wenn vom First des gerichteten Daches der Richtspruch gesprochen werden soll. Die Gesellen auf Wanderschaft tragen eine "Staude", nämlich ein kragenlioses weißes Hemd, ferne eine Weste mit Perlmuttknöpfen, einen Rock, im linken Ohr einen Ohrring mit dem Handwerkswappen, in der Hand den "Stenz", nämlich einen knorrigen Stock sowie eine Kette mit der Zunftuhr. Neben dem Schlapphut wird auch - je nach Zunft - ein "Splint" getragen, nämlich ein Zylinder oder ein "Koks", nämlich eine Melone. Alle Gesellen aber tragen am Hemdkragen die "Ehrbarkeit", eine krawattenähnliche Zierde, die mit einer Stecknadel an der "Staude" befestigt wird. Einem Zimmergesellen an die Ehrbarkeit zu gehen, heißt seine körperliche Unversehrtheit auf's Spiel zu setzen. Wandernde Zimmergesellen, die ihre Siebensachen im "Charlottenburger" tragen (einem 80 x 90 cm großen Tuch, das gewickelt wird) sind manchmal weltweit unterwegs und aufgrund ihres Könnens überall gern gesehen. Zu den Künsten des Zimmermanns gehört es, aus einem Baumstamm nur mit der Axt und unter Verzicht auf eine Säge einen quadratischen Rähm oder eine Schwelle zu "beilen".
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