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Reetdach

Reetdächer gibt es im gesamten nord- und mitteleuropäischen Raum wie beispielsweise Niederlande, England, Dänemark oder Frankreich. In Deutschland findet man Reetdächer vor allem in nördlichen Regionen. Ein Dach mit Reet eindecken, kann nicht jeder Dachdecker. Reetdachdecker ist ein eigener Lehrberuf. Das Reet wird bündelweise auf das Dach gebracht und befestigt. Man unterscheidet gebundene Deckung, genähte Deckung und geschraubte Deckung. Wichtige Hilfsmittel des Reetdachdeckers sind Deckstuhl und Klopfbrett. Da Reet ein brennbares Material ist, muss beim Reetdach besonderer Wert auf den Brandschutz gelegt werden. So müssen in den meisten Bundesländern bei einem reetgedeckten Haus besondere Grenzabstände eingehalten werden. Auf den nordfriesischen Inseln ist an Sylvester sogar das Abbrennen von Feuerwerkskörpern untersagt. Aufgrund der Brandgefahr sind die Prämien für Feuerversicherungen bei reetgedeckten Häusern sehr hoch. Je nach Lage, Dachneigung, fachgerechter Verarbeitung und Einbau, hält ein Reetdach 25 bis 50 Jahre. Der First muss etwa alle 15 Jahre erneuert werden.

Ein Reetdach kann sich aber auch innerhalb weniger Jahre in einen braunen Modder verwandeln. So ist es zumindest in Norddeutschland in den vergangenen Jahren einigen Reetdachbesitzern ergangen. Das Reet ist einfach vergammelt. Und so eine Reetdachsanierung kostet schnell einmal 40.000 Euro. Ein Ziegeldach oder Schieferdach ist im Vergleich wesentlich günstiger. Über die Ursache des Reetdachsterbens und wer dafür haftet, darüber streiten die Gelehrten. Bautechnische Mängel wurden erst vermutet, doch die Reetdachdecker hatten ihren Job gut gemacht. Dies war nicht der Grund für das Reetdachsterben. Von einem geheimnisvollen "Killerpilz" war auch die Rede, der das Reetdach innerhalb kurzer Zeit unbrauchbar macht. Doch auch diese Vermutung ist nicht gesichert. Andere Experten meinen, dass der Feuchtegehalt und weniger irgendwelche Pilze maßgeblich für das Sterben das Reetdachs ist. Sich stauende Überfeuchte begünstigt das Verrotten des Reets, zumal Deutschland inzwischen von Regengüssen heimgesucht wird, die man in dieser Intensität bisher nicht kannte. Auch der heute übliche Ausbau der Dachgeschosse behindert die Abtrockung des Reets nach Regen. Fakt ist: Reetdächer können frühzeitig verrotten. Viele Besitzer von Reetdächern überlegen deshalb, statt der Sanierung mit Reet ein Dach mit Ziegeln aus Ton zu decken, sofern der Denkmalschutz dem nicht im Wege steht. Im Handel sind Chemikalien, die das Verrotten des Reets verhindern sollen. Damit verliert das Reetdach natürlich jeden ökologischen Anspruch. Da die Ursache des Reetdachsterbens nicht zweifelsfrei geklärt ist und niemand garantieren kann, dass es auf einem neu gedeckten Haus nicht auch passiert, sind die Zeiten für Reetgroßhändler und Reetdachdecker nicht gerade leicht.