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Zunächst einmal ist das Wort Kachel der Stammbegriff für alle aus Ton gebrannten Wand-, Boden- oder Ofenplatten. Auch heute noch spricht man von
"Delfter Kacheln", die - soweit sie antik sind - recht hohe Preise erzielen, aber inzwischen zeitgemäß "Delfter Fliesen" heissen müßten. Irgendwann
wurde die Kachel, mit der Fußböden oder Wände "verkachelt" wurden, in Fliese umbenannt, sodass man inzwischen unter einer Kachel nur noch eine Ofenkachel
versteht. Ofenkacheln werden auch heute noch vor allem in handwerklich geprägten Betrieben hergestellt, und zwar durch Pressen von platischer Tonmasse,
durch Handformung oder durch Gießen des flüssigen Tons in Gipsformen. Genauso wichtig, wie der hochwertige Ton, ist der Zuschlag von
Schamotte oder anderen Stoffen, die zum Teil streng geheim gehalten werden. Jedenfalls gilt, dass Kacheln mit einem hohen Schamotteanteil
hitzebeständiger sind und weniger zur Rißbildung neigen und dass erst ein hohes spezifisches Eigengewicht eine gute Ofenkachel ausmacht. Allen
Kacheln gemeinsam ist die matte oder glänzende Glasur, die auch in vielen dutzend Farbvarianten ausgeführt werden kann. Durch den Brennvorgang
kann es zu Haarrissen in der Glasur kommen. Die sind jedoch wesenstypisch und kein Reklamationsgrund, zumal diese meist unsichtbar sind und die
Funktion nicht beeinträchtigen. Kacheln werden ebenso wie Fliesen in vielerlei Dekoren geliefert. Auch Einzelanfertigungen nach eigenen Entwürfen
sind machbar. Das Foto zeigt Kacheln mit Reliefs vor der Glasur.
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