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Gotik ist ein Baustil, der ab dem 13. Jahrhundert vor allem bei den Sakralbauten die Romanik sukzessive ablöste. Die bekanntesten Kirchen Europas wurden im gotischen Baustil errichtet, darunter die Kathedrale von Reims (Foto), das Ulmer Münster oder der Kölner Dom. Während in der Romanik die Baukörper eher eine gedrungene Optik hatten und - wesenstypisch - Tore und Fenster nach oben bogenförmig abschlossen, strebten in der Gotik alle Bauwerke in die Höhe - Tore und Fenster inbegriffen, die nunmehr in einen Spitzbogen mündeten. In der Architekturgeschichte bildet die Gotik insofern eine wichtige Rolle, als sie die Skelettbauweise mit sich brachte. Relativ schmale, oft grazile Säulen
mit den darauf ruhenden Kreuzrippengewölben ragten in Höhen hinauf, an die man in der Romanik nicht einmal zu denken gewagt hätte. Das gotische Strebesystem, durch das die Lastverteilung in den senkrechten wirkenden Druck und den seitlichen Schub aufgegliedert wurde, hat sich über Jahrhunderte als so extrem tragfähig erwiesen, dass es selbst heute unter Zuhilfename aller modernen statischen Berechnungsformeln kaum wesentlich übertroffen werden kann. Die Rippenstruktur wurde mittels Schild- und Gurtbögen errichtet, wobei die Zwischenteile, die sog. Kappen, mit leichtem Steinmaterial geschlossen wurden. Besondere statische Bedeutung hatte dabei der Schlußstein.
Gotische Bauwerke sind reich mit Pfeilern, Halbsäulen und Lisenen ausgestattet. Diese wiederum wurden reichlich mit Ornamenten und Statuen ausgeschmückt. Alles zusammen diente jedoch nicht nur der Optik, sondern auch der statischen Aussteifung und Lastverteilung.
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