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Borsäure ist eine anorganische Säure, die aus dem Element Bor (Borium, Boron, Boracium) und Sauerstoff besteht. Die Borsäure findet sich in der Natur teils als Borsäurehydrat, in kleinen kristallinischen Schüppchen, Sassolin genannt, teils in Verbindung mit verschiedenen Basen, namentlich Natron (als Borax oder Tinkal), mit Kalk (als Borocalcit) und Magnesia (als Boracit und Staßfurtit). Diese Mineralien werden auch da, wo sie sich in größerer Menge finden, auf Borax (s. bei diesem) und Borsäure verarbeitet, so der Staßfurtit oder fein kristallinische Boracit in Leopoldshall bei Staßfurt. Ferner kommen nicht unbedeutende Mengen von Borocalcit und Boronatrocalcit (Tiza), ein natronhaltiger borsaurer Kalk, aus Südamerika, der Westküste Afrikas und Neuschottland nach England und Hamburg, dort auch Boraxkreide genannt. Die Salze der Borsäure heißen Borate. Das Sie werden wegen der toxischen und konservierenden Wirkung auch als Holzschutzmittel gegen tierische Schädlinge und gegen Pilzwachstum eingesetzt. Die Borsäure ist giftig und wird daher auch als Desinfektionsmittel eingesetzt (früher auch zur Lebensmittelkonservierung). Beim Erhitzen gibt Borsäure Wasser ab (Flammenschutzmittel). Viele Dämmstoffe aus naturnahen Materialien enthalten daher Borsalze als wirksames Brandschutzmittel. Weiterhin wird Borsäure als Zwischenprodukt bei der Herstellung von Borsilikatgläsern, Porzellan und Emaille verwendet.
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